Kunstprojekt „Who is who?“ der SBFS-Klasse der Carlo Schmid Schule Freiburg
Vom 8. bis 10. April 2025 fand im Haus der Jugend (Uhlandstraße 2, Freiburg) ein besonderes Kunstprojekt statt: Neun Schüler*innen der Sonderberufsfachschul – Klasse (SBFS) der Carlo Schmid Schule setzten sich unter Anleitung der Künstlerinnen Christine Huss und Sarah Thölken von der Jugendkunstschule mit den Fragen „Wer ist wer – und vor allem: Wer bin ich?“ auseinander. Das dreitägige Projekt kombinierte künstlerische Techniken mit einer tiefgründigen Reflexion über Selbst- und Fremdwahrnehmung und der Auseinandersetzung über die eigene Identität.
Zu Beginn des Projektes wurden den Schüler*innen das Thema und die unterschiedlichen Materialien und Techniken vorgestellt:
– Malerei (großformatige Porträts, expressive Selbstbildnisse)
– Dreidimensionales Gestalten (Drahtskulpturen als abstrakte oder figurative Selbstabbildungen)
– Druckgrafik (experimentelle Darstellung von Emotionen und Persönlichkeitsmerkmalen)
In der Umsetzungs- und Findungsphase standen nicht nur handwerkliche Fähigkeiten im Vordergrund, sondern auch die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Sprache. Die Jugendlichen setzten sich mit Körperlichkeit, Stimmungen und ihrer persönlichen Lebenssituation auseinander – mal abstrakt, mal ganz konkret. Die Begleitung durch die Künstlerinnen schuf dabei eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der jeder sein eigenes Tempo finden konnte. Jeder Tag begann mit einem „Warming Up“, um die Kreativität zu wecken. Die Schüler*innen experimentierten anschließend frei. Sie wurden von den Künstlerinnen immer wieder dazu ermutigt, ihre eigenen Ideen künstlerisch und handwerklich umzusetzen und sich etwas zuzutrauen.
Das gelang den Jugendlichen: Sie arbeiteten sehr engagiert und motiviert an ihren Objekten. Die Künstlerin Christine Huss betonte:
„Keine dieser Schülerinnen und Schüler hat ihre Arbeit abgebrochen. Zwar gab es Momente, in denen einige Schwierigkeiten hatten und eine Pause brauchten – aber sie kamen zurück und arbeiteten weiter. Eine tolle Klasse mit Ausdauer!“
Dies unterstreicht, wie sehr sich die Jugendlichen mit ihrem künstlerischen Prozess identifizierten und selbst in herausfordernden Phasen dranblieben.
Ein besonderes Highlight des Projekts war der Abschluss am Freitag, 11. April, mit der Vernissage in den Räumen der Jugendkunstschule, bei der die Jugendlichen ihre Werke präsentierten. Die Ausstellung stieß auf große Resonanz: Schulleiterin Frau D. Steiner, Lehrer*innen, Mitschüler*innen, Eltern und Freunde bewunderten die entstandenen Arbeiten. Besonders bemerkenswert war die selbstbewusste Haltung der Schüler*innen: Der anfänglichen Unsicherheit wich Stolz. Sie sprachen vor Publikum über ihre Ideen und ihre künstlerischen Erfahrungen.
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Ziele des Projektes gut umgesetzt und erreicht werden konnten: Das Projekt bot den Jugendlichen nicht nur Raum für kreativen Ausdruck, sondern stärkte auch ihr Selbstvertrauen und ihre Teamfähigkeit.
Die künstlerische Arbeit eröffnete den Schüler*innen neue Experimentierräume. Sie konnten durch die handwerkliche und kreative Arbeit eigene Fähigkeiten entdecken und dabei merken, was in ihnen steckt. Dass sie am Ende der Projekttage mehrere eigene Objekte präsentieren konnten, war ein wichtiges Erfolgserlebnis für die Einzelnen und ermöglichte ihnen das Erfahren von Selbstwirksamkeit. Das Vertrauen in die eigenen Kräfte und der Mut, Neues auszuprobieren, sind unentbehrliche Voraussetzungen für eine gelingende Integration von bildungsbenachteiligten Jugendlichen.
Das Projekt wurde von der Franz-Xaver und Emma-Seiler-Stiftung gefördert.